Seit dem 21. Juli gelten die neuen Förderrichtlinien der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Der Antragsstart verlief - Gott sei Dank - reibungslos. Der Energieberatendenverband GIH sieht darin ein wichtiges Signal für die Wiederherstellung von mehr Planungssicherheit - betont aber zugleich, dass die neuen Förderbedingungen an einigen Stellen noch Nachbesserungsbedarf haben.

„Auch wenn die Kommunikation im Vorfeld der Richtlinienänderung nicht immer die notwendige Planungssicherheit geschaffen hat, bleibt die Chance, den Dialog zwischen Ministerien, Förderinstitutionen und Verbänden künftig noch enger und verlässlicher zu gestalten“, sagt Stefan Bolln, Vorsitzender des GIH, zum bisher reibungslosen Start der neuen Förderrichtlinien.

Positiv bewertet der GIH insbesondere die stärkere Förderung energetisch besonders schlechter Gebäude (Worst Performing Buildings) und, dass nun mehr Sanierungswillige einen Einkommensbonus im Rahmen des Heizungstauschs beantragen können. Die Verknüpfung des WPB-Bonus mit einem individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) unterstreicht zudem die Bedeutung einer ganzheitlichen, qualifizierten und unabhängigen Beratung.

„Es ist gut, dass die Einsparungen im KTF erreicht werden und dadurch das Gesamtvolumen der Förderung erhalten bleibt”, so Bolln weiter.
Gleichzeitig sieht der Verband noch kritische Punkte. Die Förderung setzt künftig noch stärker auf Einzelmaßnahmen, insbesondere den Heizungstausch. Damit drohen ganzheitliche Effizienzhaus-Sanierungen und langfristige Sanierungsstrategien an Attraktivität zu verlieren – obwohl sie für dauerhaft niedrige Energiekosten und wirksamen Klimaschutz unverzichtbar sind.

Der GIH-Vorsitzende betont: „Wer die Wärmewende erfolgreich gestalten will, darf den Blick nicht auf einzelne Maßnahmen verengen. Gebäude müssen als Gesamtsystem betrachtet werden. Genau dafür braucht es unabhängige Energieberatung und langfristige Sanierungskonzepte.”

Der Energieberatendenverband wird die Umsetzung der neuen Richtlinie aufmerksam begleiten und sich weiterhin dafür einsetzen, dass die Förderung praxistauglich weiterentwickelt wird. Eine verlässliche Förderpolitik, eine frühzeitige Einbindung der Fachverbände und eine starke Energieberatung bleiben entscheidende Voraussetzungen, um die Sanierungsrate dauerhaft zu steigern und die Klimaziele im Gebäudesektor zu erreichen.